So war es bei mir…

Wie fantastisch sich die Dinge fügen, wenn man selber klar ist mit dem, was man eigentlich will: Das ist für mich die wichtigste Erkenntnis der letzten anderthalb Jahre meiner Ausbildung zur Begleitenden Kinesiologin. Und vermutlich auch eine der wertvollsten meines Lebens. Denn heute weiß ich, dass ich diejenige bin, die entscheidet. Und nicht diejenige, über die entschieden wird. Der Weg zu dieser Erkenntnis, zu dem, was mich im Innersten bewegt, war nicht leicht. Aber es hat sich mehr als gelohnt. So war es bei mir…

Durchhalten ist keine Option
Entschlossen hämmerte ich auf der Tastatur ein paar Buchstaben in den PC, um sie dann sofort wieder zu löschen. Ganz so als könnte mich jeden Moment jemand bei etwas Verbotenem ertappen. Dann nahm ich wieder meinen Mut zusammen, tippte ein paar Worte. Pause. Schwerstarbeit für meinen Verstand. Denn das, was da aufs Papier sollte, hatte großes Gewicht. Tief einatmen, weiter. So ging das eine gefühlte Ewigkeit, bis sie fertig war. Sie verlangte mir wirklich alles ab: meine Kündigung. Dieser Schrieb war mein Bruch mit den Glaubenssätzen der letzten Jahrzehnte und mein schlechtes Gewissen schwarz auf weiß – Schließlich hatten mir diese anerzogenen Grundsätze doch meine Komfortzone erst so richtig gemütlich gemacht. Gleichzeitig aber war die Kündigung meine Befreiung.

Musik zu machen: Das war für mich immer wie Fliegen. Ganz leicht, frei und wunderschön. Es hatte etwas Magisches für mich, wenn aus Tönen und Takten, aus unterschiedlichen Instrumenten ein ganzer Kosmos voller Klang entstand – mit mir mittendrin. Als lebendiger Teil. Und jetzt dieses Jobangebot: Profi-Musikerin in einem Orchester. Gut bezahlt und fest angestellt. Das war der Ritterschlag. Also zog ich in eine fremde Stadt, um dort meinen Traumjob anzutreten. Der Abschied von meinem damaligen Lebensgefährten, von Familie, Freunden und meinen Musikschülern fiel mir nicht leicht. Aber ich war absolut auf dem richtigen Weg. Dachte ich.

Goldener Käfig statt Palast
Doch sehr bald wurde aus dem Palast der glänzenden Instrumente und schillernden Inszenierungen mein goldener Käfig. Starre Strukturen statt kreativem Freiraum; Herunterspulen von immer denselben Programmen statt Leidenschaft und Improvisation; Eifersucht und Missgunst untereinander statt gemeinsamer Lust am Spiel: Das war mein Alltag. Es gab feste Sitzplätze im Tour-Bus, eine feste Rangordnung, feste Abläufe und eine noch festere Vorstellung davon, welche Rolle eine junge Frau mit Talent als Neuling in dieser Truppe zu spielen hatte. Kurz: Es war der Horror.
Ich fügte mich wohl oder übel den Strukturen und den im Schnitt deutlich älteren Kollegen. Durchhalten und arrangieren – das war meine Devise und gleichzeitig mein Befehl an mich. Streng genommen arrangierte ich mich mit allem. Am Ende sogar mit mir selbst. Trotzdem wollte ich allen beweisen, dass ich durchhalten kann. Mir, dem Orchester und meinen Eltern. Hatte ich doch schon früh zu hören bekommen, Musiker seien egoistische Selbstdarsteller. Ich wollte der lebende Beweis sein, dass es nicht so war. Also: Durchhalten, arrangieren und zurückstecken, damit es der Gemeinschaft gut geht!

Ich verlor auch ein Stück von mir
Der Preis für die Instandhaltung des Kartenhauses war hoch: Ich verlor nicht nur die Begeisterung für die Musik, ich verlor auch ein Stück von mir. Nichts war mehr wie früher. Keine Spur mehr von Freiheit, Leichtigkeit und dieser mitreißenden Magie. Musikmachen war für mich nur noch schwer und dunkel. Alles war furchtbar. Ich bekam starke Magen-Probleme, die so heftig wurden, dass ich nicht mehr arbeiten konnte. Ich hatte die Warnzeichen meines Körpers zwar immer wieder gehört, aber erst als mein Arzt mit ernster Miene sagte, „Jetzt muss sich etwas ändern“, hörte ich auch tatsächlich zu. Was genau sich ändern sollte, wusste ich da noch nicht. Also suchte ich zuerst etwas planlos nach interessanten Kursen, dann nach einem Anbieter für Atemtherapie. Das wollte ich immer schon mal ausprobieren. Am Ende landete ich durch Zufall bei der Kinesiologie und auf der Internet-Seite der Lernchance. Ich merkte, dass das, was ich dort las, die Begeisterung in mir weckte, die ich schon so lange vermisst hatte. Für mich stand fest: Das möchte ich kennenlernen. Drei Wochen später war ich Teil des neuen Ausbildungsjahrgangs.

Aus arrangieren wurde neu orientieren
Neben den Kursen selber war für mich der Teil der persönlichen Entwicklung ein entscheidender Punkt. Darin lag für mich der absolute Mehrwert. Ich setzte mir also zum Ziel, mit der Kinesiologie meinen Alltag im Orchester stressfreier meistern zu können. Schließlich wollte ich mich ja arrangieren. Doch es kam anders: Durch den Halt in meiner Ausbildungsgruppe „Sunshines“ und dank der intensiven Betreuung durch die Ausbildungsleitung, Kirsten Notman, sah ich jetzt immer öfter Licht am Ende des Tunnels. Es gab immer jemanden von ihnen, der mir bei diesen für mich schwierigen Schritten unter die Arme griff und mich ein paar Meter trug. Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Und je mehr Schritte ich machte, je näher ich mir selber wieder kam, desto deutlicher wurde der Wunsch nach echter, nachhaltiger Veränderung. Nach einer Neuorientierung zum Guten. Zu dem, was mich begeistert und glücklich macht. Zu dem Menschen, der ich wirklich war. Und so kam der Tag, an dem die alten Ausreden „Ich bin nicht kreativ genug, was Eigenes auf die Beine zu stellen.“ oder „Ich kann nur mit diesem Job finanziell überleben.“ immer leiser wurden und vor sich hin leierten wie alte Kassetten. Meine eigentlichen Ziele aber, die drangen plötzlich kraftvoll und immer lauter aus meinem Herzen: „Ich kündige.“ und „Ich werde wieder unterrichten.“ Und das tat ich auch. Beides.

Und auf einmal gingen für mich Türen auf.
Ab dem Tag, an dem ich meine Kündigung abgegeben hatte, war ich wie befreit. Und ich wusste, was ich wollte. Auch in meiner neuen Heimat hatte ich immer mal ein, zwei Schüler unterrichtet. Und jetzt, da ich mich wieder mit mir, meiner Begeisterung für die Musik und für das Unterrichten beschäftigte, wurden auch die Anfragen immer mehr. Ich merkte, wie ich innerlich begann zu strahlen. Jeden Tag ein bisschen mehr. Ich traf sie plötzlich wieder: Menschen, die Interesse hatten an dem, was ich tat, die mein Können schätzten. Immer mehr Schüler wollten nun von mir unterrichtet werden, die Kurse wuchsen und damit auch meine Stundenzahl. Und nicht nur das: Plötzlich gingen für mich Türen auf, wo vorher gar keine gewesen waren. Eines Tages fragte mich die Inhaberin der Musikschule, ob ich nicht auch Interesse an einem eigenen Raum hätte, in dem ich dann kinesiologisch arbeiten könne. Hatte ich. Und so eröffnete ich neben meiner Tätigkeit als Musikschullehrerin meine eigene kleine Praxis.

Eigenverantwortung ist kein Egoismus
Heute arrangiere ich mich übrigens mit nichts mehr. Muss ich auch gar nicht. Weil ich genau das lebe, was ich bin und was mich begeistert. Beruflich und auch privat mit einer neuen Liebe. Und ja: Musik ist wieder wie fliegen. Ich sehe heute als Kinesiologin viel klarer, welche wunderbaren Prozesse durch die Musik möglich sind. Sie verbindet Menschen auf ganz besondere Weise, schafft Miteinander und Innigkeit. Gleichzeitig ermöglicht sie jedem einzelnen, zu zeigen und zu fühlen, was er am besten kann. Meine Schüler genau in diesem Prozess begleiten zu dürfen, das ist meine Leidenschaft. Und wer die einmal in sich entdeckt hat, der weiß: Eigenverantwortung ist kein Egoismus. Im Gegenteil. Und noch etwas habe ich aus der harten Zeit mitgenommen, das ich nie wieder vergessen werde: Durchhalten ist keine Option!

Wenn auch Sie nicht länger durchhalten wollen – oder können, dann nehmen Sie Ihr Leben in die Hand! Die zertifizierte Ausbildung zur Begleitenden Kinesiologin bietet nicht nur die Möglichkeit, diese Arbeit als Beruf zu entdecken, sondern in erster Linie die eigene Berufung. Gerne unterstütze ich Sie dabei auf Ihrem Weg und freue mich auf Ihre Anfrage.

Kontakt
Kirsten Notman, www.die-lernchance.de –  Zur Kontaktseite

 

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